Was hilft gegen Dreimonatskoliken?

 

Was hilft gegen Dreimonatskoliken homöopathisch

Was hilft bei Dreimonatskoliken?

In diesem Artikel geht es darum, was homöopathisch gegen Dreimonatskoliken hilft.

Die Ursache von Dreimonatskoliken ist nicht genau bekannt. Man nimmt an, dass am ehesten eine “Unreife” des Darmes für diesen Zustand verantwortlich ist. Diese Regulationsstörung tritt häufiger bei Jungen als bei Mädchen auf.

Die Dreimonatskoliken äußern sich als Blähungskoliken, unter denen Babys im Alter von 2-5 Monaten leiden. Ich habe auch Neugeborenen erlebt, die ab der 2. Lebenswoche offensichtlich darunter litten. Wenige der Kinder leiden bis zum 6. Monat unter den Koliken.

Die Symptome setzen nach einer Mahlzeit oder in den Abendstunden ein, also deutlich in der 2. Tageshälfte.

Wie Sie Dreimonatskoliken erkennen können

Die Kleinen schreien. Sie sind durch nichts zu beruhigen. Der Bauch ist hart durch die Anspannung der Bauchmuskulatur oder er ist gebläht. Die Babys ziehen die Beine an oder Überstrecken ihren Körper.

Von Dreimonatskoliken spricht man, wenn die Babys mindestens 3 Stunden täglich an mindestens 3 Tagen die Woche und über 3 Wochen Schreiattacken haben.

Dreimonatskoliken treten bei gestillten Kindern gleich häufig wie bei nicht gestillten Kindern auf.

Andere Ursachen von Schreiattacken in dem Lebensalter können sein:

  • Die Babys haben Hunger oder Durst.
  • Sie sind krank und haben Fieber, Erbrechen ect.
  • Es kann auch eine volle Windel eine banale Ursache für eine Schreiattacke sein.
  • Der Schlaf/ Wachrhythmus in den ersten Lebensmonaten ist vielleicht noch nicht gefestigt, die Kinder sind überdreht und gereizt.
  • Das KISS-Syndrom (Kopfgelenk induzierte Symetriestörung) bei dem unter der Geburt Verschiebungen in der Halswirbelsäule auftreten, können Ursache für das Schreien sein.
  • Eine Nahrungsumstellung mit folgender Nahrungsmittelunverträglichkeit kann Schreiattacken auslösen und erster Hinweis sein auf ein möglicherweise später sich manifestierendes allergisches Geschehen.
  • Nach Impfungen schreien die Babys auch zu ungewöhnlichen Zeiten.
  • Der Ablauf der Nahrungsaufnahme ist bei manchen Kindern sehr unruhig und führt oft zu Schreiphasen. Unzureichendes Aufstoßen nach der Nahrungsaufnahme kann ebenfalls Ursache sein.

Die Kleinen können sich ja noch nicht artikulieren und haben nur die Möglichkeit zu schreien, wenn sie auf etwas ungewöhnliches oder angstmachendes reagieren wollen. So ist Streit und Spannung in der Familie auch häufig Ursache solcher Schreiattacken.

Was ist bei Dreimonatskoliken zu tun?

Eine Untersuchung der Kinder durch den Kinderarzt klärt meistens vieles, schließt ernst zunehmende Erkrankungen aus und beruhigt die Eltern.

Die Eltern sollten versuchen, sich in dieser Zeit gegenseitig beizustehen und in der Betreuung des Kindes sich abzulösen. Ausgeglichene Eltern sind für das Kind in dieser Phase hilfreich.

Wichtig ist, niemals die Kleinen zu schütteln, denn dabei kann es unter anderem zu Hirnblutungen  mit schlimmen Folgen kommen!

Auch wenn es eine sehr anstrengende Zeit für die Eltern ist nach der Freude über die Geburt und das Kind, ist es wichtig zu wissen, dass das Schreien der Dreimonatskoliken keinem Kind schadet. Die Dreimonatskoliken sind ungefährlich und stören nicht die spätere Entwicklung.

Oftmals sind gerade diese Kinder im späteren Leben sehr feinfühlig und aufmerksam um ihr Umfeld bemüht.

Allgemeine Maßnahmen bei Dreimonatskoliken

Zunächst einige hilfreiche Maßnahmen, die leicht umzusetzen sind und die Schreiattacken lindern helfen:

  • Wenn Sie stillen, streichen sie bitte folgende Nahrungsmittel von Ihrem Speiseplan: Bananen, Joghurt, Blattsalate, Weintrauben, Kohlsorten, Zwiebeln und andere blähende Speisen.
  • Fencheltee wirkt beruhigend auf die Darmschleimhaut.
  • Ruhige Nahrungszufuhr in entspannter Atmosphäre mit ausreichender Zeit zum Aufstoßen. Sogenannte “ Windsalbe” mit Kümmel als Inhaltsstoff kann lindern.
  • Im Uhrzeigersinn ein sanfte Bauchmassage mit der Handfläche durchgeführt kann das Geschehen lindern. Auf keinen Fall Manipulationen mit einem Thermometer am Darmausgang der Babys vornehmen, dies ist gefährlich und kann zu ernsthaften Verletzungen führen.
  • Schulmedizinisch stehen Tropfen zur Verfügung, die jedoch meistens auf Alkoholbasis angeboten werden! Vorsicht.
  • Simeticon und Dimeticon oder Mittel aus Lactobakterien sind im Handel erhältlich. Bitte Dosierung mit dem behandelnden Arzt absprechen!
  • Wärme in Form von Kirschkernkissen lindert auch die Beschwerden, aber unterschätzen Sie nicht die Überhitzung der Haut durch die gespeicherte Wärme. Ich habe schon  Verbrennungen 1.Grades gesehen!

Meiner Meinung ist als unterstützende Maßnahme die effizienteste das Umhertragen im “Fliegergriff”. Die Babys liegen bäuchlings auf dem Unterarm des Erwachsenen und werden leicht schaukelnd bewegt und getragen, siehe Titelbild des Blogartikels.

Ärztliche Rat sollten Sie sich dringend einholen, wenn das Baby mehr als 3 mal am Tag anhaltend schreit über den 3. Lebensmonat hinaus, keine Gewichtszunahme zu verzeichnen ist und Durchfall und Erbrechen oder Verstopfung einhergehen.

Wie die Homöopathie Dreimontaskoliken behandelt

Hier eine Auswahl der homöopathischen Arzneien, die mir bei der Behandlungen der Dreimonatskoliken in der Praxis geholfen haben. 

Zur richtigen Einnahme von Globuli empfehle ich an dieser Stelle unseren Beitrag über Zahnungsbeschwerden bei Babys und Zahnen bei Kleinkindern aus der letzten Woche.

Zusätzlich haben wir für Sie einen ausführlichen Extra-Report geschrieben, der sich ausschließlich mit der Einnahme von Globuli in der Homöopathie beschäftigt. Diesen können Sie hier kostenlos herunterladen:

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Homöopathische Arzneimittel bei Dreimonatskoliken

Belladonna:

Charakteristische Symptome bei Dreimonatskoliken, bei denen Belladonna helfen kann:

die Koliken kommen anfallsweise, das Kind hat eine heiße, feuchte Haut und einen roten Kopf.

 

Carbo vegetabilis:

Charakteristische Symptome bei Dreimonatskoliken: Verschlechterung beim Hinlegen, Gesicht blass, Trommelbauch überwiegend des Oberbauches. Beine kalt bis über die Knie.

Schreien schon während des Trinkens.

 

Chamomilla:

Charakteristische Symptome bei Dreimonatskoliken: Kind krampft sich zusammen und zieht die Beine an. Kind will umher getragen werden, ist aber nur für kurze Zeit dann ruhig.

 

Lycopodium:

Charakteristische Symptome bei Dreimonatskoliken: Kind schreit überwiegend in der Zeit zwischen 16.00 und 20.00 Uhr. Blähungsabgang bessert nur kurzfristig. Kinder werden beim Trinken schnell müde. Der Unterbauch ist eher gebläht. Stuhlgang hart.

 

Magnesium carbonicum:

Charakteristische Symptome bei Dreimonatskoliken: Hilft vor allem bei Brustkindern, die Kinder schreien wütend, sie schwitzen und riechen sauer, die Beine zieht das Kind an den Bauch.

 

Quellen:

  • Titelbild: Fotolia.de : crying baby © lisalucia

– Homöopathie in der Kinderheilkunde, Hedwig Imhäuser, Haug Verlag 1991, 9. Auflage

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